Prof. Heiner Schanz

AM DIENSTAG 19.03. ÖFFNETE DAS WERK_39 ERNEUT DIE TÜREN ZU SEINER VERANSTALTUNGSREIHE MEDTECH_SHAKERS. IN DIESEM FORMAT STELLEN RENOMMIERTE REFERENTEN AUS WIRTSCHAFT UND WISSENSCHAFT ZUKUNFTSRELEVANTE THEMEN VOR UND TRETEN DABEI IN EINEN REGEN AUSTAUSCH MIT DEN INTERESSIERTEN TEILNEHMERN.

Prof. Dr. Heiner Schanz, Professor für Environmental Governance an der Universität Freiburg, gab in der jüngsten Veranstaltung Einblicke in ein alternatives Verständnis von bahnbrechenden Innovationen und verbindet dabei die Effectuation-Theorie mit der Interpretation von Märkten als Netzwerke. Er entführte die Teilnehmer „in die abstrakte Welt des konzeptionellen Denkens“ und zeigte dabei an anschaulichen Beispielen was die grundsätzlichen Treiber von Innovationen darstellen und wie Selektions- und Suchprozesse im Hinblick auf Innovationen stattfinden. Darüber hinaus berichtete er über den Umgang mit  Begrifflichkeiten wie Volatility (Schwankungen), Uncertainty (Ungewissheit), Complexity (Komplexität) und Ambiguity (Mehrdeutigkeit) von Systemen. In den Mittelpunkt rückte Prof. Schanz dabei unter anderem die Frage: „Wie gehe ich im Zuge von Innovationsprozessen mit der Suche nach Transformationsansätzen um?“. Hierbei gilt Effectuation als Möglichkeit des Vorgehens bei der Entscheidungsfindung unter Unsicherheit, wobei das Prinzip der Mittelorientierung: „was habe ich?“; das Prinzip des leistbaren Verlustes: „wie viel kostet es mich, wenn es nicht funktioniert?“; das Prinzip der Umstände und Zufälle sowie das Prinzip der Partnerschaftlichen Vereinbarung den Kern darstellen. An dieser Stelle greift der zweite Teil des abendlichen Vortrages: Märkte als Netzwerke. Dabei muss für die Veränderung innerhalb von Netzwerken zwischen zentralen und relevanten Akteuren unterschieden werden. Dadurch kann letztlich identifiziert werden, an welcher Stelle sich Effektuierung lohnt, an welcher Stelle sich damit das Gesamtsystem verändern lässt und an welcher Position eine Innovation somit auch Systemrelevanz besitzt. Prof. Schanz referierte eindrucksvoll darüber, dass nicht die Erfindung an sich das reine Erfolgsgeheimnis darstellt, sondern vor allem die Stelle an der effektuiert wird. Im Anschluss an den vielseitigen Vortrag fand ein abschließender Austausch mit dem Publikum statt.

Text: Katrin Gförer

Bilder: Jan Koch

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